| Die Nord- und Ostgrenze das Niederelbegebietes wird mit
Ausnahme des Hamburger Stadtgebietes von den politischen Grenzen bestimmt,
von der niedersächsischen Landesgrenze zu Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Zum Niederelbegebiet gehört somit
seit kurzem auch das nördlich der Elbe gelegene, bisher mecklenburgische,
Amt Neuhaus, das auf grund einer Gebietsreform seit der Wiedervereinigung
politisch zu Niedersachsen gehört. Im Hamburger Stadtgebiet wird die
Grenze durch das Nord ufer der Elbe beschrieben. Die Süd- und Westgrenze
verläuft entlang der Wasserscheide zwischen der Elbe und dem Einzugsgebiet
von Weser und Aller. Von kleineren Abweichungen abgesehen, folgt die Wasserscheide
vom Südrand des Landkreises Uelzen im Osten bis Zeven im Westen annähernd
den naturräumlichen Grenzen zwischen der "Hohen Heide" und der "Südheide",
letztere liegt im Ein zugsgebiet der Aller, sowie der "Zevener Geest" und
der "Wümmeniederung", die ihrerseits zum Einzugsgebiet der Weser gehört.
Im Westen von Zeven quert die Wasserscheide die "Oste-Hamme-Niederung"
und verläuft nordwestlich von Bremer vörde nördlich des
Flüßchens Geeste weiter bis zur Nordsee auf dem "Rücken"
der "Wesermünder Geest". Zum Bearbeitungsstand siehe
Schleswig-Holstein
Die faunistische Erforschung der schleswig-holsteinischen
Käferfauna hat von Hamburg ihren Ausgang genommen und wird auch heute
noch maßgeblich von der koleopterologischen Sektion des in Hamburg
ansässigen "Vereins für Naturwissenschafliche Heimatforschung
zu Hamburg e.V." betrieben. Die Tätigkeit der Hamburger Koleopterologen
reicht mittlerweile etwa 150 Jahre zurück und schließt traditionsgemäß
sowohl das nördliche als auch das südliche Umfeld Hamburgs ein
und damit neben Schleswig-Holstein auch den nördlichen Teil Niedersachsens.
Da die faunistische Bearbeitung der Bereiche nörd
lich und südlich der Elbe zu keinem Zeitpunkt un abhängig voneinander
erfolgte, wird der Bearbei tungsstand zu den beiden Regionalspalten ‘Schleswig-Holstein'
(SH) und "Niederelbegebiet" (NE) gemeinsam dargestellt. Das Hamburger Stadtgebiet
nördlich der Norderelbe wird faunistisch zu Schles wig-Holstein gerechnet.
Zur Abgrenzung des Niederelbegebietes siehe dort.
Schleswig-Holstein und Niederelbegebiet
Für die Erforschung der Käferfauna Schleswig-
Holsteins und des Niederelbegebietes besteht seit etwa 150 Jahren eine
durchgehende Tradition, die seit über 125 Jahren vom Verein für
Naturwissenschaftliche Heimatforschung zu Hamburg e.V. fort geführt
wird. Die erste "Gesamtfauna" veröffentlichten Endrulat & Tessin
1854. Ihre Arbeit behandelt als "Verzeichnis der bisher um Hamburg gefundenen
Käfer" neben dem Hamburger Stadtge biet, dessen Umfeld sowohl nördlich
als auch südlich der Elbe. Die Grenze des Bearbeitungsgebietes wurde
damals im wesentlichen durch die Erreich barkeit der Lokalitäten im
Rahmen von Tagesausflügen gesteckt und war nicht näher definiert.
In den folgenden "Gesamtfaunen" von Preller (1862) und Koltze (1901) werden
als Nordgrenze die Eider und als Ostgrenze die Ostsee bzw. die Landesgrenze
zu Mecklenburg angesehen. Die Ausdehnung des bearbeiteten Gebietes nach
Norden bis zur dänischen Grenze erfolgte erst in jüngerer Zeit
mit der zunehmenden Mobilität. Als sinnvoll abgrenzbare und natürliche
Südgrenze des von den Hamburger Koleopterologen bearbeiteten Faunengebietes
wird bereits von Preller 1862 die Wasserscheide zwi schen dem Elbe- und
dem Wesergebiet vorgeschla gen. Diese Grenze war zwar zu jener Zeit, wie
die dänische Staatsgrenze, für Tagesausflüge unerreich bar
weit entfernt und hatte somit eher theoretischen Charakter, hat sich aber
in der Folgezeit als sinn voller "Aktionsradius" herausgestellt und etabliert.
Faunistisch bemerkenswerte Neu- und Wiederfunde werden
seit 1939 regelmäßig im "BOMBUS, Faunistische Mitteilungen aus
Nordwestdeutschland" veröffentlicht. Die Arbeit von Koltze (1901)
stellte bis zum erst jüngst publizierten Katalog der Käfer Schleswig-Holsteins
und des Niederelbegebietes (Gürlich, Suikat & Ziegler 1995) die
letzte zusammenfassende Gesamtfauna dar. Es folgten in den Verhandlungen
des Vereins für Naturwissen schaftliche Heimatforschung zu Hamburg
(bis 1928 noch "Verein für naturwissenschaftliche Unterhal tung")
eine Serie mit Verzeichnissen einzelner Familien und Familiengruppen, die
in systematischer Abfolge 1926 mit den Carabiden begonnen und 1948 mit
den Curculioniden abgeschlossen wurde (in den Quellenfeldern der Datenbank
stets in der Kurzform als "Verh. 1926" bis "Verh. 1948" zitiert). Spätere
zusammenfassende Bearbeitungen gibt es nur für die Carabidae (Lohse
1954), Myrmedoniini (Benick & Lohse 1959), Aleocharini (Lohse 1968),
Scydmae nidae und Pselaphidae (Meybohm 1971), Serropalpidae (Lohse 1986),
Hygrobiidae, Haliplidae, Dytiscidae und Gyrinidae (Ziegler1986) sowie Chrysomelidae
(Gürlich 1992).
Auf eine gesonderte Auswertung älterer lokaler Bearbeitungen
wie beispielsweise von Künnemann(1913, 1918, 1921, 1924) zur Käferfauna
Ostholsteins oder Gusmann (1914, 1919, 1924/25, 1927) zur Käferfauna
der Untertrave (Lübeck) konnte verzichtet werden, da diese bereits
in den faunistischen Arbeiten des Vereins berücksichtigt wurden. Für
Schleswig-Holstein liegt mit der Arbeit von Benick(1942) eine 739 Titel
umfassende Zusammenstellung und Aufarbeitung der käferkundlichen Literatur
bis einschließlich 1938 vor. Eine systematische Auswertung unpublizierter
Arbeiten, insbesondere Diplomarbeiten und Gutachten sowie von Dissertationen,
wurde bisher nicht vorgenommen.
Den Kern des aktuellen Datenmaterials bilden die privaten
Belegsammlungen der Sektionsmitglieder. Die Sammlungen des Zoologischen
Museums in Hamburg sowie im Naturkundemuseum der Hanse stadt Lübeck
enthalten im wesentlichen Material aus dem Kreise der "Hamburger Koleopterologen",
das in früheren Arbeiten entsprechend berücksichtigt wurde. Nur
ansatzweise berücksichtigt sind bisher die Sammlungen im Zoologischen
Museum der Universität Kiel, im Institut für Ökosystemforschung
der Universität Kiel (nur Alkoholmaterial) sowie eine kleinere Sammlung
im Naturhistorischen Museum der Stadt Flensburg.
Der in den Regionalspalten "SH" und "Ne" nieder gelegte
Kennnisstand entspricht dem aktuellen Stand des "Vereinswissens". Als Quelle
wird in der Daten bank daher fast ausschließlich der 1995 veröffent
lichte Katalog der Käfer Schleswig-Holsteins und des Niederelbegebietes
angegeben. Abweichende Quellenangaben erfolgen daher neben den Exklusiv
arten, d.h Arten, die nur aus einer oder zwei Regio nen gemeldet werden,
nur bei Abweichungen von dem 1995 veröffentlichten Katalog, d.h. bei
Neu meldungen, Neufunden und Streichungen seit 1995, allen importierten
Arten ("i") und fraglichen Mel dungen ("?"), soweit sie neu aufgenommen
wurden sowie allen falsch publizierten Arten ("/").
Die Publikation der bisher noch unveröffentlichten
Meldungen und Änderungen ist für 1998 im BOM BUS vorgesehen.
Bei den "falsch publizierten Arten" wird in der Regel nur die Quelle der
"Falschmeldung" angegeben. In vielen Fällen wurden Arten für
die Fauna gestrichen, ohne daß sich dies in der Literatur zitierbar
mit Urheber und Grund der Streichung niedergeschlagen hätte, manche
Arten wurden in späteren faunistischen Arbeiten einfach nicht mehr
erwähnt. In Zweifelsfällen wurden Arten eher als Fehlmeldungen
mit dem "/"-Symbol aufge nommen, denn als fragliche Arten mit einem "?".
Die Zahl der fehlgemeldeten (publizierten) Arten wird sich bei der weiteren
Bearbeitung voraussichtlich nicht mehr wesentlich erhöhen.
Die Grenze zwischen den beiden Teilgebieten ist zwischen
den Ländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen durch die politischen
Grenzen definiert. Im Bereich der Freien und Hansestadt Ham burg wurde
in der Vergangenheit aus rein pragma tischen Gründen der Verlauf der
Norderelbe als Grenze gewählt, so daß die Bereiche des Hamburger
Stadtgebietes nördlich der Norderelbe zu Schleswig- Holstein und die
Stadtgebiete südlich der Norderelbe – also einschließlich der
wesentliche Teile des Hamburger Hafens umfassenden Elbinsel zwischen Norder-
und Süderelbe – zum Niederelbegebiet gerechnet werden.
Links
Verein
für Naturwissenschaftliche Heimatforschung zu Hamburg e.V.
Zoologisches
Museum Kiel |